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Ehrungen Jahreshauptversammlung Feuerwehr Sinsheim

Ehrungen bei der Gesamtversammlung der Feuerwehr Sinsheim.

Von links: Bernd Guthier (Kreisfeuerwehrverband), Hans Jürgen Stößer, René Ohr, Marcus Mrasek, OB Jörg Albrecht, Thorsten von Hausen, Kreisverbandsvorsitzender BM Marcus Zeitler und Gesamtkommandant Michael Hess.

 

Text & Fotos : Michael Endres

Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Sinsheim

Immer mehr Einsätze für die Feuerwehr

Ehrenamtliche sollen weiter entlastet werden – Sinsheimer Gesamtfeuerwehr zog Bilanz

 Das uneingeschränkte Lob und die Anerkennung kamen aus berufenem Munde: „Sie sind professionell, einsatzerfahren und unverzichtbar“. Polizeioberrat Alexander Ulmer, Chef der Autobahnpolizei Walldorf, musste gerade in den zurückliegenden Monaten auf die Rettungsspezialisten der Sinsheimer Feuerwehr mehrfach zurückgreifen. Die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung hat nämlich dramatisch zugenommen. Laut Ulmer um 20 Prozent. Und seine Prognose für die künftige Entwicklung der Unfallzahlen auf der wichtigsten Ost-West-Verbindung ist alles andere als positiv. „Wir werden durch die Großbaustelle auf der A 6 zwischen Sinsheim und Wiesloch noch mehr Unfälle bekommen,“ ist sich der Polizeioberrat sicher. Denn mit aktuell 100 000 Fahrzeugen in 24 Stunden und einem weit über dem Durchschnitt liegenden Schwerverkehrsanteil von 30 Prozent müssen sich die Rettungskräfte auf arbeitsreiche vier Jahre einrichten.

Die düstere Vorschau konnte jedoch nicht die insgesamt sehr positive Bilanz der Gesamtfeuerwehr Sinsheim trüben. Die Wehrfrauen und -männer hielten auf der alle fünf Jahren stattfindenden Zusammenkunft jetzt in Waldangelloch Rück- und Ausblick. Mit das Wichtigste: Laut Gesamtkommandant Michael Hess gibt es keine Probleme mit dem Nachwuchs, alle 13 Einsatzabteilungen sind personell gut aufgestellt. Damit ist die Gesamtfeuerwehr Sinsheim mit 503 Aktiven und 37 Einsatzfahrzeugen größte Hilfseinrichtung im Rhein-Neckar-Kreis und zählt zu den großen Feuerwehren in Baden-Württemberg. Erheblich ist auch die Zahl der Einsätze gestiegen. Mussten die Floriansjünger im Jahr 2012 noch 307 Mal ausrücken, waren es 2016 zusammen 442 Einsätze.

Erfreulich das Interesse der Jugendlichen an Helm und Strahlrohr: Seit Jahren werden in den Abteilungswehren Jungen und Mädchen an den Feuerwehrdienst herangeführt. Die Zahl der Angehörigen aller Jugendfeuerwehren ist seit Jahren mit rund 170 Jugendlichen konstant. Einzig die so genannte Tagesverfügbarkeit bereitet Gesamtkommandant Hess Sorgen, wenn also während der Arbeitszeit der Alarmpiepser geht. „Dies wird eine unserer größten Herausforderungen in der Zukunft sein“, betonte er vor versammelter Mannschaft in der Eugen-Hagmaier-Halle.

Gleichzeitig gab der oberste Feuerwehrchef der Gesamtstadt die Richtung vor, wie das Problem gelöst werden kann: Es müssen weitere hauptamtliche Kräfte eingestellt werden, um die ehrenamtlichen Floriansjünger zu unterstützen. Seit 2015 gibt es bei der Feuerwehr Sinsheim zwei hauptamtliche Beschäftige, „das hat bereits zu einer bedeutenden Verbesserung und Entlastung der Ehrenamtlichen geführt“, unterstrich Michael Hess.

Obwohl die Hauptlast der Einsätze von der Abteilung Stadt geleistet werden, bekannte sich Oberbürgermeister Jörg Albrecht ohne Wenn und Aber zu den Abteilungswehren in den Stadtteilen. „Sie tun für die Bevölkerung unserer Stadt unendlich Gutes“. Deshalb werde der Gemeinderat nach Kräften die Abteilungswehren im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten unterstützen, denn „die Feuerwehr ist das Ruhekissen unserer Gesellschaft“, betonte unter Beifall OB Albrecht. Eigentlich reine Formsache war die Wahl der beiden Stellvertreter für den Gesamtkommandant. Auch künftig stehen Michael Hess bei der Vielzahl seiner Aufgaben Otmar Oehmig und Bernd Huber zur Seite.

Als absolut inakzeptabel verurteilte Marcus Zeitler die Angriffe auf Rettungskräfte, wie sie Angehörige des DRK und der Feuerwehr bei größeren Einsätzen zunehmend ausgesetzt sind. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Rhein-Neckar sprach auf der Versammlung der Sinsheimer Gesamtfeuerwehr (wir berichteten) von der Verantwortung des Staates, die freiwilligen Helfer vor derartigen Übergriffen zu schützen. Der Bürgermeister aus Schönau sieht dadurch das Ehrenamt in Gefahr: „Es kann nicht sein, dass wir uns von ein paar Vollidioten unser Engagement zum Schutz der Bevölkerung versauen lassen“.

Klare Worte fand der Feuerwehrsprecher ebenso zum Hick Hack bei der Standortdiskussion der Integrierten Leitstelle für den Rettungsdienst. Ladenburg sei nach wie vor erste Wahl, „die leidige Frage nach dem Standort muss endlich beendet werden“. In ungewohnt scharfer Form kritisierte Marcus Zeitler vor der versammelten Feuerwehrmannschaft die - seiner Ansicht nach - „völlig unzureichende Unterstützung“ der Feuerwehren im Rhein-Neckar-Kreis. Als größter Kreis im Land dürften nicht länger Provisorien bei der Ausbildung von Feuerwehrangehörigen herrschen, „wir haben hier die besten Ausbildungsstätten verdient“, betonte der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands. „Wir sind schließlich in Baden-Württemberg die Nummer eins, das müssen die in Stuttgart endlich zur Kenntnis nehmen“.

Doch nicht nur verbale Spitzen teilte Marcus Zeitler aus. In seiner Eigenschaft als Verbandsvorsitzender ehrte er fünf Feuerwehrmänner für ihre besonderen Verdienste: René Ohr (Abteilungskommandant Dühren), Hans Jürgen Stößer (stellv. Abteilungskommandant Reihen), Marcus Mrasek (Abteilungskommandant Rohrbach) und Thorsten von Hausen (Kommandant Einsatzabteilung Sinsheim) erhielten das Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbands in Bronze. Und als besondere Überraschung wurde ebenso Sinsheims Oberbürgermeister Jörg Albrecht als „engagierter Interessensvertreter der Feuerwehr“ ausgezeichnet. Der OB erhielt für seine Unterstützung die Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands.

Kreisbrandmeister Peter Michels zog zum Abschluss seiner beruflichen Laufbahn ein Resümee, was in den zurückliegenden Jahren bei der Gesamtfeuerwehr Sinsheim an Gerätschaft investiert wurde. „Es war viel Geld, aber die hohe Anzahl der geretteten Menschenleben rechtfertigt jeden Cent für die Feuerwehr.“

 

Text : Michael Endres

Generalversammlung Berichtsjahr 2016

2016 war für die Feuerwehr Sinsheim das Jahr der Autobahn: Schwere Verkehrsunfälle auf der A 6 haben die Rettungsspezialisten in Atem gehalten: Mehrfach mussten aus völlig zertrümmerten Führerhäuser die Fahrer gerettet werden.

Auch etwas Besonderes: Das Unfallgeschehen konzentrierte sich in den zurückliegenden zwölf Monaten fast ausschließlich in Fahrtrichtung Mannheim zwischen der Anschlussstelle Sinsheim-Süd und dem berüchtigten „Sinsheimer Buckel“.

Dort, wo sich die Autobahn von drei auf zwei Fahrspuren verengt, kam es immer wieder zu schweren Auffahrunfällen. Traurige Bilanz der zehn schweren Unfälle auf der A 6: Ein Lkw-Fahrer kam ums Leben. Die Häufung und Anzahl der insgesamt

230 Einsätze zog sich wie ein roter Faden durch die Jahreshauptversammlung der Sinsheimer Floriansjünger.

Neben den Einsätzen auf der Autobahn und den Alarmen durch die Brandmeldeanlagen hat es auch gebrannt. Und zwar heftig. Zwei Wohnhäuser sind bei Großfeuern zerstört worden. Der größte Einsatz galt dabei dem Wohnhausbrand in Reihen – durch ein Missgeschick eines Bewohner wurden dabei zwei Wohnhäuser und angrenzende Schuppen zerstört. Insgesamt 32 Mal mussten die Sinsheimer Floriansjünger zur Brandbekämpfung ausrücken, 41 mal leistete die Feuerwehr technische Hilfe.

Insgesamt schlug sich das Einsatzgeschehen der Freiwilligen mit insgesamt 2176 Stunden nieder. Damit gehört die Feuerwehr Sinsheim zu den am stärksten geforderten Sicherheitsdienstleistern im Rhein-Neckar-Kreis. Laut Abteilungskommandant Thorsten von Hausen werden die Aufgaben weiter zunehmen und damit die Einsatzbelastung, „unsere Einsätze werden sich um die 300 pro Jahr einpendeln“, sagte er.

Ungeklärt ist die Zukunft des Feuerwehrgerätehauses. Das jetzige Gerätemagazin an der Dührener Straße platzt aus allen Nähten, eine Erweiterung ist aus statischen Gründen nicht möglich. Laut Oberbürgermeister Jörg Albrecht genießt die Unterbringung der Floriansjünger bei der Verwaltung höchste Priorität, „es ist uns ein Herzensanliegen eine Verbesserung herbeizuführen“, betonte er auf der Versammlung. Bei der Suche nach einem Standort müsse man „ergebnisoffen“ sein - hierbei brachte der OB auch die ehemalige Autobahnmeisterei in der Schwarzwaldstraße ins Spiel.

Dank guter Nachwuchsarbeit kann der demografische Wandel bei der Feuerwehr Sinsheim noch abgefangen werden, doch Gesamtkommandant Michael Hess sieht in der Tagesalarmbereitschaft die Herausforderung der Zukunft. Ausdrücklich dankte er in diesem Zusammenhang den Firmen und Betrieben, die ihre Mitarbeiter bei Feuerwehreinsätzen freistellen, „ohne dieses Entgegenkommen wären all die Herausforderungen nicht zu leisten“, betonte Hess.
Bei den Ehrungen wurden Jörg Freymüller mit dem silbernen Ehrenzeichen für 25 aktive Dienstjahre und Otmar Oehmig mit dem goldenen Ehrenzeichen für 40 aktive Dienstjahre ausgezeichnet.

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen wurde Jörg Freymüller zum stellvertretenden Abteilungskommandanten gewählt. Zusammen mit Thomas Nerpel steht er Abteilungskommandant Thorsten von Hausen zur Seite.

 

 

Bericht & Bilder : Michael Endres

 

Beförderungen 2016

Ehrungen und Beförderungen 2016

Im Rahmen eines Ehrungsabends wurden bei den Sinsheimer Floriansjüngern
zahlreiche aktive Wehrangehörige ausgezeichnet und befördert.

Die Geehrten:


Zum Hauptfeuerwehrmann (bzw. Hauptfeuerwehrfrau) wurden Nicole Dietz,
Helmut Binkele, Michael Endres, Oliver Götz, Steffen Gschwind, Matthias Günther,
Andreas Iwanow, Darius Lotzwi, Christof Obländer, Patrick Reißfelder,
Daniel Rothmeier, Ralph Schick, Christian Schmutz, Patrick Schüle, Erich Stork
Peter Stork, Markus Stricker und Markus Wanner.

Zum Hauptlöschmeister befördert
wurden Stefan Draxler, Wolfgang Fischer, Rolf Fuchs und Klaus Keil.

Zum Oberfeuerwehrmann: Markus Binkele; zum Oberlöschmeister: Matthias Baumann, Thomas Beetz und Gunther Hauer.

 

Bericht : Michael Endres

Donnerstag, 29. Juni 2017

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