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Spritzenfest 2017

Sinsheim. (end) Der Dreikäsehoch kann kaum übers große Lenkrad der Drehleiter gucken, doch sein Berufswunsch steht natürlich schon fest: „Feuerwehrmann“ antwortet der vierjährige Knirps wie aus der Pistole geschossen. Und sein Papa hat alle Mühe, den kleinen Emil zusammen mit seinem Cousin Nico (3) aus dem Führerhaus loszueisen. Ganz forsch ist Emilia, ein vierjährige Wirbelwind: Fürs Foto mit dem Smartphone wird der spezielle Feuerwehrhelm für Kinder aufgesetzt, stolz strahlt sie übers ganze Gesicht: Natürlich möchte auch die kleine Prinzessin zur Feuerwehr. Schließlich sieht sie hier genügend Mädchen, die bei der Übung tatkräftig anpacken und ganz vorne beim Strahlrohr stehen.

Allerdings nimmt Emilia traurig zur Kenntnis, dass es mit dem Wunsch noch etwas dauert. Da muss man noch viele Nächte schlafen – aber Hauptsache, die Neugier für die Hilfsorganisation ist geweckt. Und wenn danach das Interesse weiterhin anhält, geht’s in die richtige Feuerlöschtruppe der Sinsheimer Rettungsspezialisten, wie Kommandant Thorsten von Hausen erklärt. 

In Sinsheim haben die Floriansjünger glücklicherweise (noch) keine Nachwuchssorgen. Die junge Truppe hält Zusammen und musste auch in diesem Jahr bereits mehrfach schnell zur Stelle sein. Nach wie vor gehören Hilfs- und Rettungseinsätze auf der Autobahn zum Hauptgeschäft der Ehrenamtlichen, die ihren Dienst von der raren Freizeit abknapsen. Mittlerweile vergeht kaum ein Tag, an dem nicht der „Piepser“ zum Einsatz ruft. Allerdings sind auch viele Fehlalarme dabei – ausgelöst von den Brandmeldeanlagen in Firmen, der Arena oder den Sinsheimer Gesundheitseinrichtungen. Die Einsätze läppern sich zusammen - im vergangenen Jahr waren es 222, in diesem Jahr bereits 168.

Ausrüstung, Fahrzeuge, Manpower − beim „Tag der offenen Tür“ der Freiwilligen Feuerwehr Sinsheim bekamen die zahlreichen Gäste einen Einblick in die Arbeit der Floriansjünger. Höhepunkt waren die Löschübung der Jugendfeuerwehr und die Demonstration, wie ein Feuer nach Luftzufuhr reagiert, „eine Situation, auf die wir bei jedem Brandeinsatz vorbereitet sein müssen“ erklärt Stadtkommandant von Hausen. „Für uns ist es wichtig, dass die Feuerwehr bekannt ist“, erklärt der Kommandant weiter. Deshalb stand neben der guten Verpflegung der Gäste vor allem die Präsentation der Ausstattung im Mittelpunkt. Zahlreiche Familien nutzten gestern Nachmittag die Gelegenheit, sich direkt vor Ort über die Arbeit der Sinsheimer Stützpunktwehr zu informieren.

Auf dem großen Platz vor dem Gerätehaus in der Dührener Straße haben die Wehrmänner ihren Fahrzeugparcours mit Löschfahrzeugen, einem Transportfahrzeug, der Drehleiter sowie dem Kommando- und dem Einsatzleitwagen zur Besichtigung geparkt. An einem ausgedienten Pkw wird erklärt, wie bei einem Verkehrsunfall der hydraulische Rettungssatz mit Rettungsschere und Spreizer zum Einsatz kommen.

Auf dem Platz wird der Holzstapel entzündet, und im Nu züngeln die Flammen gen Himmel. Mit dem Löschfahrzeug werden die Nachwuchskräfte an ihren Einsatzort gefahren und bauen routiniert den Löschangriff auf. Angriffstrupp, Schlauchtrupp und Maschinist arbeiten Hand in Hand, verlegen und koppeln gekonnt die Schläuche und halten den Wasserstrahl in die Flammen. Gemeinsam wird der Brand gelöscht.

 

Text und Bilder : Michael Endres

Montag, 20. November 2017

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