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"Generalversammlung 2014"

221 Einsätze: Hohe Belastung für ehrenamtliche Helfer

Neuer Rekord bei den Alarmierungen der Feuerwehr Sinsheim – 1692 Stunden im Einsatz – Brandmeldeanlagen sorgen für Verdruss

 

Sinsheim. (end) Im Schnitt jeden zweiten Tag piepsten bei den Sinsheimer Floriansjünger im vergangenen Jahr die Alarmgeber, genau nämlich  221 Mal - 47 mehr als im Jahr 2012. Ein neuer Einsatzrekord in der jetzt 151-jährigen Geschichte der traditionsreichen Feuerwehr. Allerdings ist damit die Grenze der Belastbarkeit für den ehrenamtlichen Dienst am Nächsten längst erreicht. Für eine Freiwillige Feuerwehr ist diese Zahl der Einsätze nur mit hohem persönlichem Engagement zu  leisten. Die Alarmhäufigkeit ist allerdings auch vielen Fehlalarmen geschuldet, die durch die automatischen Brandmeldeanlagen beispielsweise in der Badewelt oder der Rhein-Neckar-Arena ausgelöst werden. „Planerische Fehler“ macht Feuerwehrkommandant Thorsten von Hausen hierfür verantwortlich, wie er jetzt auf der Generalversammlung der Abteilung Stadt verärgert kritisierte. Dringend seien die Betreiber gefordert, diese technischen Missstände umgehend zu beheben.

Während 2012 durch zahlreiche größere Wohnhausbrände und natürlich die spektakuläre Brandserie gekennzeichnet war, musste die Sinsheimer Feuerwehr in den zurückliegenden zwölf Monaten allein zu 74 technischen Hilfeleistungen und 25 schweren Verkehrsunfällen ausrücken, die Autobahn forderte erneut ihren hohen Blutzoll.  39 Mal wurden die Lösch- und Rettungsspezialisten überörtlich angefordert, wobei sich die Einsatztätigkeit auf insgesamt 1692 Stunden aufsummiert. Unwetter, Gasaustritt, Sturmschäden, Lkw-Unfälle, 26 Brände und zwei Großbrände (Wohnhäuser in Hoffenheim und Rohrbach) hielten die Aktiven rund im die Uhr in Atem.  

Personalprobleme gibt es bei der Sinsheimer Feuerwehr zum Glück (noch) nicht. Insgesamt 82 Aktive sind am Strahlrohr oder Rettungsspreizer ausgebildet; darunter sind zehn Feuerwehrfrauen, die ihren männlichen Kollegen an Einsatzbereitschaft in nichts nachstehen. Das ist auch die positive Auswirkung der Jugendfeuerwehr, die in Sinsheim vor 40 Jahren gegründet wurde; mit einem Spielfest wurde dieses Jubiläum im vergangenen Jahr gefeiert. Aktuell werden 24 Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr an den aktiven Dienst herangeführt.

Ersatzbeschaffungen von in die Jahre gekommenen Spezial- und Löschfahrzeugen stehen in den kommenden Jahren bei der Feuerwehr Sinsheim an. Für die Stützpunktwehr sind das Fahrzeuge mit einer Gesamtsumme von 1,1 Millionen Euro. Bei einer angespannten Haushaltslage eine erhebliche Summe, wie OB Jörg Albrecht einräumte, „aber alles Leid, das wir dadurch abwenden können, muss uns jeden Euro wert sein“, betonte das Stadtoberhaupt. Der Feuerwehr Sinsheim als größte Feuerwehr im Rhein-Neckar-Kreis kommen auch besondere Aufgaben zu, „meine Feuerwehr ist das Ruhekissen der Stadt“, lobte OB Albrecht das hohe Engagement der ehrenamtlichen Männer und Frauen.

„Wir werden uns in Zukunft auf noch mehr Einsätze bei Unwettern einstellen müssen“, prognostizierte Stadtbrandmeister Michael Hess.  Mehrarbeit bringe ebenfalls die Rauchmelderpflicht. Bekanntlich müssen die Warngeräte ab sofort in Neubauten und bis Ende 2014 in bestehenden Gebäuden installiert werden. Zuversichtlich zeigte sich der Stadtbrandmeister, dass bei der Feuerwehr nach Jahren der Verzögerung „in absehbarer Zeit“ der Digitalfunk in Betrieb

Samstag, 25. November 2017

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